Baufinanzierung Leitfaden

BaufinanzierungEgal ob Grundstück, Eigentumswohnung oder Haus: Wer Immobilien erwerben möchte, kommt meist um eine passende Finanzierung nicht herum. Immobilien stellen als Sachwert nach wie vor eine relativ krisenresistente Altersvorsorge dar, die dazu noch zur Erfüllung der eigenen Wohn- und Lebensvorstellungen genutzt werden kann. In Deutschland gibt es mittlerweile viele hundert mögliche Darlehensgeber – da sollte nicht nur ein ausgiebiger Vergleich vor der Entscheidung für eine Finanzierung durchgeführt werden, sondern auch eine genaue Bedarfsanalyse, damit die individuelle und auf die Einkommenssituation passend zugeschnittene Finanzierungsform gefunden werden kann. Nicht zuletzt soll der eigene Lebensstandard durch das neue Immobilieneigentum ja nicht durch kaum tragbare finanzielle Belastungen eingeschränkt werden – sondern durch den neu gewonnenen und passend finanzierten Freiraum an Qualität gewinnen.

Wichtige Eckdaten – was muss bei der Finanzierungsplanung berücksichtigt werden?

Für eine gelungene Baufinanzierungsplanung sollten vor der Anfrage bei verschiedenen Kreditinstituten alle wichtigen Eckdaten fixiert werden, damit später ein einfacher und effektiver Vergleich möglich ist. Zu diesen Eckdaten gehören neben dem Kapitalbedarf (Darlehenshöhe) auch der Tilgungssatz (in diesem Zusammenhang ist die mögliche monatliche Ratenbelastung zu beachten!), die Zinsbindungsfrist, die Sondertilgungsmöglichkeiten und mögliche Flexibilisierungsvereinbarungen (z.B. Anpassung des Tilgungssatzes usw.). Auch gibt es verschiedene Darlehensformen für eine Finanzierung – es gilt also, die am besten passende Finanzierungsform für die jeweilige individuelle Situation herauszufinden.

Das Annuitätendarlehen – die klassische Baufinanzierungsform

20-13-11-517_288Das klassische Annuitätendarlehen ist die häufigste Form der privaten Baufinanzierung. Dies liegt zum einen an den homogenen Raten und der damit zusammenhängenden guten Planbarkeit und zum anderen an der recht hohen Individualisierbarkeit. Der Darlehensnehmer kann eine Zinsbindungsfrist mit dem Kreditinstitut vereinbaren – während dieser Laufzeit sind beide Parteien an den Vertrag gebunden, d.h. die Zinsen sind nicht änderbar und der Kunde muss die vereinbaren Ratenzahlungen leisten. Bei vielen Verträgen sind hier zusätzliche Flexibilisierungsmöglichkeiten vereinbar, z.B. eine Anpassung des Tilgungssatzes bei Änderungen der persönlichen Einkommenssituation oder auch kostenfreie Sondertilgungen. Ein detaillierter Zahlungsplan ermöglicht dem Darlehensnehmer eine absolut realistische und zuverlässige Finanzplanung. Der Nachteil liegt erst am Ende der Zinsbindungsfrist: Meist ist die Darlehensschuld mit dem Ende der Bindungsfrist nicht vollständig getilgt und der Darlehensnehmer muss nun eine Anschlussfinanzierung suchen, deren Konditionen nicht vorhersehbar sind.

Das Tilgungsdarlehen – homogene Tilgungsraten und sinkende Zinszahlungen

Das Tilgungsdarlehen (oder auch Abzahlungsdarlehen) ist eine Form der Baufinanzierung für Darlehensnehmer, welche Wert auf eine lineare Tilgung legen. Je nach vereinbarter Laufzeit und Darlehenshöhe ergibt sich eine regelmäßige, immer gleich hohe Tilgungsleistung. Die gesamte Leistungsrate jedoch besteht neben dieser Tilgungsleistung aus den jeweilig anfallenden Zinsraten. Da diese mit zunehmender Laufzeit (durch die erfolgten Tilgungen) immer geringer werden, entsteht so eine immer weiter sinkende Leistungsrate.

Andere Baufinanzierungsformen

Neben Annuitätendarlehen und Tilgungsdarlehen existieren weitere Formen der Immobilienfinanzierung am Markt. Je nach persönlicher Situation können durchaus auch diese und weitere alternativen Finanzierungsformen für einen Interessenten in Frage kommen. Es empfiehlt sich in jedem Falle, professionellen Beistand in Form eines neutralen Beraters zu konsultieren, um alle Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen zu können. Weit verbreitete, alternative Darlehensformen sind:

  • Das Bauspardarlehen: Dieses Darlehen ist ein von Bausparkassen angebotener, kombinierter Finanzierungsvertrag aus Bausparen und Darlehen. Nach erfolgter Ansparung eines Mindestbetrages auf das Bausparkonto erwirbt der Bausparer den Anspruch auf ein relativ günstig konditioniertes Darlehen. Der Vorteil des günstigen Darlehenszinses wird hierbei getrübt durch den sehr niedrigen Guthabenzins während der Ansparphase sowie die lange, notwendige Ansparphase.
  • Das Konstantdarlehen ist geprägt von konstanten Leistungsraten, welche durch eine Kombination von Vorausdarlehen und Bausparvertrag erreicht werden. Dem Vorteil der absoluten Planbarkeit steht der Nachteil der relativ hohen Zinsbelastung gegenüber, da während der Ansparphase des Bausparvertrages keine Darlehenstilgungen erfolgen.
  • Das Volltilgerdarlehen: Diese Finanzierungsform ist insbesondere gekennzeichnet durch eine höhere Tilgungsleistung, da das Darlehen mit Ablauf der Laufzeit vollständig getilgt sein muss. Wer die resultierenden höheren Leistungsraten aufbringen kann, ist mit diesem Darlehen gut beraten.
  • Cap-Darlehen: Diese Darlehensform ist im Prinzip ein variables Darlehen (Marktzinskonditionen sind entscheidend und werden turnusmäßig angepasst) mit der Vereinbarung einer Zinshöchstgrenze.
  • Beamtendarlehen: Dieses Darlehen wird von anbietenden Kreditinstituten lediglich an Beamte mit bestimmten Voraussetzungen angeboten. Vorteile: Keine Grundschuldeintragung notwendig, keine Zweckbindung. Nachteile: Relativ niedriger Darlehensbetrag, ggf. sind weitere Produkte (z.B. Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit) notwendig.
  • Das Versicherungsdarlehen ist eine Kombination aus tilgungsfreiem Darlehen und einem Versicherungsvertrag. Die Versicherung kann dabei eine Kapitallebensversicherung sein oder auch eine fondsgebundene Versicherung. Nachteile sind eine nicht vorhersehbare Ablaufleistung der Versicherung sowie eine sehr niedrige Beleihungsgrenze.

Der Vergleich von Baufinanzierungsangeboten

Der sinnvolle und effektive Vergleich von Baufinanzierungen sollte im Vorfeld gut geplant werden. Neben der Information, welche Kreditform für die individuelle Situation am besten geeignet ist, sollten auch bereits die wichtigsten Eckdaten bei der konzertierten Anfrage angegeben werden. Dies erspart später den aufwändigen (wenn nicht gar unmöglichen) Vergleich von Angeboten mit unterschiedlichen Eckdaten. Auch sollten deshalb bereits im Vorfeld mögliche Optimierungsmöglichkeiten geprüft werden. Hierunter fallen z.B. die Prüfung auf Förderungen (KfW-Darlehen etc.) und die Prüfung, wie viel Eigenkapital eingebracht werden sollte / kann. Hier finden Sie Detail-Informationen rund um den Angebotsvergleich sowie verschiedene Anbieter.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*