Deutsche sind Kreditkartenmuffel

Kreditkarte Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bundesbank. Demnach gewinnen Kreditkarten zwar immer mehr an Popularität, doch insgesamt zahlen die Kunden noch immer lieber mit Bargeld, wenn sie in Geschäften Einkaufen gehen. „Bei 53 Prozent der Ausgaben für Waren und Dienstleistungen verwenden Privatpersonen beim Einkauf Bargeld,“ so der Vorsitzende der Bundesbank Carl-Ludwig Thiele. „Damit bleibt dieses Zahlungsinstrument weiterhin die beliebteste und meistgenutzte Zahlungsform.“Gegenüber 2008, wo noch 58 Prozent der Kunden mit Bargeld gezahlt haben, sind die neuen Zahlen allerdings deutlich rückläufig. Darüber freuen sich natürlich in erster Linie die Kreditinstitute, denn für sie bedeuten Kreditkarten bares Geld und das in vielfacher Art und Weise. Zum einen verdienen sie natürlich an den Kreditkarten selbst Geld, denn für viele von ihnen fallen Nutzungsgebühren an, zwischen jährlichen 19 und 300 Euro, je nach Art der Karte und darin inkludierten Leistungen. Doch auch bei kostenlosen Kreditkarten erhalten Banken Geld. Dann zum Beispiel, wenn Kunden Geld abheben möchten. Das geschieht nur bei sehr wenigen Kreditkarten kostenlos, in der Regel müssen Kunden für solche Leistungen Gebühren zahlen.

Günstige Guthabenverzinsungen locken

Die Anbieter von Kreditkarten locken aber nicht nur mit der Bereitstellung kostenloser Kreditkarten, die selbst an Schüler, Studenten und Arbeitslose ab dem 18. Lebensjahr herausgegeben werden. Oft gibt es die Karten ohne einen Mindestumsatz. Es muss also kein bestimmtes Einkommen erwirtschaftet werden auf dem Girokonto und es müssen auch keine bestimmten Ausgaben getätigt werden, um eine kostenlose Kreditkarte zu erhalten. Im Gegenteil. Die Banken bieten günstige Guthabenverzinsungen von teilweise bis zu zwei Prozent an und Zahlungsverzögerungen sind kein Problem. Dafür gibt es schließlich Dispozinsen. Die können sehr unterschiedlich sein in der Höhe und sollten von Kreditkartenbesitzern genau geprüft werden, bevor sie ihr Konto überziehen.

Trotzdem boomt das Geschäft mit den Kreditkarten, denn immerhin mehr als 22 Millionen Stück sind bereits im Umlauf. Speziell bei den kostenlosen Kreditkarten die gebührenfrei bezogen werden können verfügen viele Menschen gleich über mehrere Karten. Dabei können sie fast alle im Inland und Ausland genutzt werden und bieten viele zusätzliche Vergünstigungen an. Was fehlt scheint da bei manch einem Kunden der Überblick zu sein, was wo zu welcher Leistung möglich ist und wie es um die eigenen Finanzen eigentlich gestellt ist.

Der Handel mit Kundendaten

Das erfordert ein großes Maß an Transparenz und Eigenverantwortung, denn beim Zahlungsverkehr ist die kleine unscheinbare Plastikkarte nichts anderes als bares Geld und die Sammlung von Daten. Kundendaten sind nämlich nach wie vor ein prekärer Bereich, den es mit speziellen Gesetzen stärker zu schützen gilt. Das beweisen die neusten Meldungen, wonach einer der größten Anbieter für Kreditkarten, nämlich Mastercard, die Daten seiner Kunden verkaufen möchte. Für Werbetreiber ein lohnendes Geschäft, für Mastercard ebenfalls, nur die Kunden schauen buchstäblich in die Röhre. Bereits in der Vergangenheit hat Mastercard versucht, die Daten seiner Kunden zu verkaufen und scheiterte am Unmut der Verbraucherschützer und der Politik. Dieses Mal soll es klappen und der Datenhandel erfolgreich über die Bühne gehen. Dann wird der Mensch hinter der Karte und sein Konsumverhalten fast ebenso durchsichtig wie die Kreditkarte selbst. Das ist die Kehrseite der bunten Medaille des bargeldlosen Geldtransfers.

Bildquelle © coliap – Fotolia.com

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