Ethikbank: Weil die Verbraucher bewusster anlegen

EthikbankWährend die konventionellen Banken nach den diversen Finanzkrisen der vergangenen Jahre schwer daran sind, ihr arg beschädigtes Image wieder aufzupolieren, können sich Ökobanken derzeit vor dem Ansturm der Kunden kaum noch retten. Denn Ökobanken wie die Ethikbank sind voll im Trend. Doch die Finanzkrise dürfte nur den letzten Ausschlag dafür gegeben haben, dass die Kunden das Vertrauen in die etablierten Institute verloren haben. Unterschwellig dürfte wohl auch das großspurige Verhalten der selbst ernannten Masters of the Universe gesorgt haben, die ohne mit der Wimper zu zucken mit dem Geld der Anleger gezockt haben, als säßen sie an einem Monopoly-Spielbrett.

Transparenz wird groß geschrieben

Der deutsche Markt wird im Wesentlichen von vier großen grünen Banken bedient. Obwohl diese mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen arbeiten – die einen vergeben ausschließlich Kredite für Umweltprodukte, während die anderen den vollen Service an Bankdienstleistungen erbringen – trifft ein Punkt für alle Anbieter zu: Transparenz wird groß geschrieben. Die Anleger und Kunden können haarklein erfahren, in welche Projekte und Produkte die Einlagen der Bank investiert werden. Völlig tabu sind beispielsweise Investments in die Waffen- oder Atomindustrie. Das Bewusstsein der Verbraucher für ethisch korrekte Geldanlagen ist inzwischen so groß geworden, dass allmählich auch ausländische Banken ihre Fühler in Richtung des deutschen Marktes ausstrecken. Doch der Markt scheint auch ausreichend groß zu sein. Denn erst etwa ein Prozent des Vermögens in Deutschland wird von ethisch orientierten Banken verwaltet. Besonders beliebt sind die grünen Banken übrigens bei Arbeitnehmern, die in Gesundheitsberufen arbeiten. Etwa acht Prozent der Geschäftskunden grüner Banken arbeiten als Psychotherapeuten, Ärzte oder Hebammen.

Investieren für eine bessere Welt

Die Idee, das Geld nicht nur zu investieren, um daran zu verdienen, sondern eine bessere Welt zu schaffen war der Grundgedanke für die ersten ethischen Investments in den 1970er Jahren. Kalter Krieg und Vietnamkrieg waren in diesen Jahren in ihren heißesten Phasen und viele Anleger wollten mit ihrem Geld keine Systeme oder Machenschaften unterstützen, welche sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnten. So entstanden in den USA und Großbritannien die ersten Angebote zur Geldanlage, in welchen etwa auf die Investitionen in die Waffenindustrie verzichtet wurde. Der ethische Gedanke breitete sich weiter aus. So spielten in den 1980er Jahren vor allem in Deutschland der Umweltgedanke und die Anti-Atomkraft-Bewegung eine wesentliche Rolle. Seit den 1990er Jahren werden auch die negativen Effekte der Globalisierung, beispielsweise Kinderarbeit in Schwellenländern, von vielen Verbrauchern und Anlegern kritisch beäugt.

Bildquelle: © auremar – Fotolia.com

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