Europäische Union: Griechenland auf dem Prüfstand

Seit Montag steht der schwer angeschlagene EU-Mitgliedsstaat Griechenland auf dem Prüfstand bei Finanzexperten der EZB sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF). Nun soll festgestellt werden, ob Griechenland durch seine in Aussicht gestellten Sparmaßnahmen sein starkes Defizit ausgleichen kann. Ziel ist es, unter die im Stabilitätspakt festgelegte 3-Prozent-Marke zu kommen – derzeit liegt das griechische Defizit bei knapp 13 Prozent.

Die Berichte über Griechenland sollen der EU-Kommission bereits Anfang März vorliegen. Dann soll entscheiden werden, wie es mit der Unterstützung Griechenlands weitergeht – und ob möglicherweise weitere Sparmaßnahmen von der EU für Griechenland beschlossen werden müssen.

Griechenland fordert günstige Kredite

Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou gab zu verstehen, dass sich sein Land keine Schuldenübernahme von der EU erwarte. Vielmehr hoffe man auf anderweitige Unterstützung, beispielsweise in Form von günstigen Krediten. Man erwarte, sich zu gleichen Bedingungen Geld leihen zu können wie andere, finanziell besser gestellte EU-Staaten. Derzeit muss Griechenland rund dreimal so viel Zinsen bezahlen für Kredite wie Deutschland. Ohne entsprechende Änderungen und Unterstützung könne man die Schulden nicht senken, so Papandreou.

Kann der Sparplan die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands verhindern?

Die Regierung Griechenlands hatte im letzten Jahrzehnt die Finanzen derart beschönigt, dass nunmehr 300 Milliarden Schulden zusammen gekommen sind. Der radikale Sparplan soll nun dazu führen, die zu erwartende Zahlungsunfähigkeit des Landes noch rechtzeitig abzuwenden. Der Sparplan umfasst unter anderem Maßnahmen wie Lohnkürzungen im Staatsbereich, eine Anhebung des Renteneintrittsalters, eine Reduzierung von sozialen Leistungen sowie eventuell auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer.

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