Nachwirkungen der Finanzkrise: Immer mehr Investmentfonds verschwinden

Erstmals konnte im Jahr 2009 ein Rückgang von Investmentfonds verzeichnet werden: Zahlreiche Fonds verschwanden vom Markt – mehr noch, als es Neuauflagen gab. Experten bewerten den Trend im Fondsbereich überwiegend positiv.

Europaweit konnte im vorigen Jahr eine Reduktion von Investmentfonds festgestellt werden – die Gesamtzahl verringerte sich insgesamt um 2.100 auf insgesamt etwa 38.000 Fonds. In Deutschland orientiert sich die Entwicklung des Fondsmarktes stark an Gesamteuropa – hier verschwanden insgesamt 148 Fonds von der Bildfläche. Die Ergebnisse gehen aus den Daten der Fondsanalyseunternehmen Morningstar und Lipper hervor.

Werner Hedrich, Leiter Research bei Morningstar Deutschland, sieht die Entwicklung auf dem Markt für Investmentfonds positiv für Anleger: Der Markt werde durch die Reduktion der Fonds übersichtlicher und transparenter, kleine und somit überwiegend teure Produkte verschwänden vom Markt.

Ursache für den Rückgang der Fonds: Die Finanzkrise

Der Rückgang der Fonds ist insbesondere auf die Auswirkungen der Finanzkrise zurückzuführen. Die negative Entwicklung an den Börsen drückt das Vermögen diverser Fonds in Bereiche, die für Anbieter nicht mehr rentabel sind. Vor allem kleine Fonds sind von den zunehmenden Fixkosten betroffen, die dann überproportional ansteigen. Hinzu kommt, dass die Finanzkrise einige Kreditinstitute zur Veräußerung ihrer Vermögensverwaltungssparten aufrief. Die Käufer dieser Bereiche nahmen sodann die doppelten Angebote vom Markt. Hierzulande war insbesondere die Ausdünnung der Fondsauswahl beim Top-Anbieter DWS bemerkbar – sowie auch die Übernahme des ehemaligen Commerzbank-Fondsunternehmens Cominvest durch Allianz Global Investors.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wie die künftige Entwicklung auf dem Fondsmarkt aussehen wird, darüber herrscht unter Experten noch Uneinigkeit. Werner Hedrich glaubt an eine weitere Konsolidierung im europäischen Raum, allerdings mit geringerer Geschwindigkeit. Banken würden auch weiterhin an Kostensenkungen interessiert sein, so Hedrich. Andere Analysten wiederum sehen die angewachsene Zahl an Neuemissionen im Schlussquartal 2009 als Indikator für eine Trendwende. Anleger sind positiv gestimmt – und je mehr Menschen wieder in Fonds investieren, umso mehr neue Produkte werden auch wieder auf den Markt kommen. Die Frage ist nur, wann die positive Entwicklung der Fonds wieder an Fahrt aufnimmt.

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