Was versteht man unter gewerblicher Immobilienfinanzierung

Gewerbliche Immobilien können z.B. sein: Supermärkte, Bürogebäude, Ateliers, Lager- und Produktionshallen oder Einzelhandelsmärkte. Gewerbliche Objekte haben das Ziel, die Ertragssituation eines Unternehmens zu verbessern, beispielsweise durch Kapazitätserweiterung oder zentralisierte Verwaltungen. Da für die Errichtung oder Erweiterung solcher gewerblichen Objekte meist Fremdkapital notwendig ist, muss ein Darlehensgeber mit möglichst günstigen Konditionen gefunden werden.

Der Unterschied zur privaten Immobilienfinanzierung liegt also auf jeden Fall im Objektzweck – aber es gibt noch weitere typische Kennzeichen der gewerblichen Immobilienfinanzierung. So ist z.B. ein sehr viel komplexeres Risikoprofil zu beurteilen, bevor ein Kreditgeber bereit ist, entsprechendes Kapital zur Verfügung zu stellen. Hierzu bedient sich die Kreditwirtschaft dem sog. Ertragswertverfahren, welches die voraussichtlich erzielbaren Überschüsse in die Bewertung einbringt. Bei privaten Projekten wird dagegen das Sachwertverfahren angewandt, um einen Wert für die Beleihungsgrenze zu bestimmen. Hinzu kommt, dass es in der Regel um viel höhere Darlehenssummen als bei privaten Finanzierungen geht. Da jedoch auch bei der gewerblichen Finanzierung ein Eigenkapitalanteil von mindestens 20% bis 25% vorhanden sein sollte, stehen entsprechende Risiken im Raum.

Zu unterscheiden sind dabei gewerbliche Objekte, die zur Renditeerzielung hergestellt werden (hier spricht man von einer sog. Investorenfinanzierung) und Objekte, die der reinen betrieblichen Notwendigkeit z.B. einer Expansion oder Modernisierung Rechnung tragen. Ausreichende Sicherheit für die Kapitalgeber ist absolute Pflicht, wobei die gewerbliche Immobilienfinanzierung verschiedene Arten von Darlehensgebern kennt. Es kommen nicht nur Kreditinstitute (wie bei privaten Finanzierungen) in Frage, sondern ggf. auch private oder institutionelle Investorengruppen, die sich über Beteiligungs- oder Fondsgesellschaften an der Finanzierung beteiligen. Die gewerbliche Immobilienfinanzierung erfordert somit ein sehr viel breiteres Informations- und Angebotsmanagement als eine private Finanzierung.

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